Im Gegensatz zu traditionellen Forschungen an supramolekularen Polymeren, die sich auf mechanische Eigenschaften konzentrieren, liegt der Fokus dieser Arbeit auf den photophysikalischen Eigenschaften supramolekularer Materialien und berichtet über eine wasserlösliche aliphatische supramolekulare Verbindung PA84S, die durch ionische Bindungen und Wasserstoffbrücken zwischen Octandiamin und Bernsteinsäure selbstorganisiert assembliert wird. Die Studie zeigt, dass PA84S in wässriger Lösung ein einzigartiges fluoreszenzabhängiges Verhalten zeigt, das von Konzentration und Anregung abhängt, wobei die Emission auf supramolekulare clusterinduzierte Fluoreszenz zurückzuführen ist. Durch den kombinierten Einsatz von dynamischer Lichtstreuung, Pyren-Fluoreszenzsonde, Zeta-Potential- und Leitfähigkeitsmessungen wurde das Selbstassemblierverhalten systematisch charakterisiert, was seine Fähigkeit bestätigte, in Wasser durch synergistische Wechselwirkungen geordnete Aggregate zu bilden, und die kritische Agglomerationskonzentration für die Fluoreszenz bestimmend. Die Fluoreszenzverstärkung steht in direktem Zusammenhang mit heteroatomaren Clustern, die durch ionische Bindungen (-COO⁻·⁺NH₃-) und Wasserstoffbrücken gemeinsam aufgebaut werden, welche durch einen „räumlichen Konjugationseffekt“ einen Lichtweg bilden und die intramolekulare Bewegung einschränken. Basierend auf dieser einzigartigen fluoreszenten Eigenschaft wurde PA84S erfolgreich als neuer supramolekularer Fluoreszenzsonde entwickelt, die für die hochsensitive Detektion von Fe³⁺-Ionen und Tetracyclin eingesetzt werden kann. Diese Arbeit bietet eine neue Strategie zum Aufbau wasserlöslicher supramolekularer lumineszenter Materialien aus nicht konjugierten Einheiten und zeigt das Potenzial supramolekularer Aggregate im Bereich der Fluoreszenzsensorik.