Die Leistung der biologischen Fluoreszenzbildgebung hängt nicht nur von der Leuchtkraft des Materials ab, sondern wird auch von der Anregungswellenlänge beeinflusst. Je länger die Anregungswellenlänge ist, desto schwächer ist die Wechselwirkung zwischen Licht und Gewebe, was die Photonstreuung reduziert und effektiv die Gewebeabsorption und Autofluoreszenz senkt. Dies trägt zur Verbesserung des Signal-Rausch-Verhältnisses, der zeitlich-räumlichen Auflösung und der Eindringtiefe bei. Daher ermöglicht die Fluoreszenzbildgebung mit Anregung im zweiten nahinfraroten Fensteraum (NIR-Ⅱ) eine tiefere und präzisere biologische Bildgebung und Diagnostik mit besseren Anwendungsmöglichkeiten in der klinischen Diagnose und Therapie von Krankheiten. Dieser Artikel erläutert zunächst die Prinzipien und Vorteile der NIR-Ⅱ-Fluoreszenzbildgebung, stellt dann Designstrategien, Forschungsfortschritte und Anwendungen wichtiger NIR-Ⅱ-angeregter organischer Fluoreszenzfarbstoffe vor und diskutiert abschließend die Einschränkungen bestehender NIR-Ⅱ-Fluoreszenzsonden sowie Herausforderungen der klinischen Translation und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.