Anorganische fotochemische Materialien finden vielfältige Anwendungen in intelligenten Displays, optischem Speicher, optischen Schaltern und mehr. Die derzeit gängige Herstellungsmethode für fotochemische Keramik ist das Festphasenverfahren, wobei feste Rohstoffe Probleme wie schlechte Mischhomogenität, geringe Massentransfer-Effizienz und ungleichmäßigen Sinterprozess aufweisen. Außerdem sind Form und Größe begrenzt, was die Erfüllung praktischer Anforderungen erschwert. In dieser Arbeit wurde eine Serie von fotochemischen Keramiken BaMgSiO4:0,5 mol%Eu2+/x mol%Fe3+ mittels Festphasen- und Tape-Casting-Verfahren hergestellt. Der Vergleich der mit beiden Methoden hergestellten Keramiken zeigte, dass das Tape-Casting-Verfahren die Mikrostruktur des Materials optimieren und somit dessen Farbwechseleigenschaften und mechanische Eigenschaften verbessern kann. Hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften weisen die per Tape-Casting hergestellten Keramiken eine hohe Dichte, niedrige Porosität sowie eine höhere Härte und Bruchzähigkeit als die mit Festphasenverfahren hergestellten Keramiken auf. Darüber hinaus besitzt die hergestellte BaMgSiO4-basierte Keramikserie ausgezeichnete reversible photochrome Eigenschaften; bei Bestrahlung mit 365 nm UV-Licht oder Sonnenlicht wechselt sie von Weiß zu Rosa, mit einem Farbkontrast von bis zu 92,9 %; die Reaktionsgeschwindigkeit ist schnell und erreicht den maximalen Farbkontrast bereits nach 6 Sekunden. Das beschriebene Herstellungsverfahren zeigt gute Entwicklungsperspektiven für die Anwendung von photochromen Materialien in multifunktionalen Displays auf keramischen Substraten.