Erhöhte Hypochlorit (HOCl)-Spiegel können ein Marker für chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen sein. Daher ist die Entwicklung effektiver, schneller und genauer Methoden zur Detektion oder Überwachung von HOCl von großer Bedeutung, um die Rolle von HOCl bei rheumatoider Arthritis (RA) besser zu verstehen. Zu diesem Zweck berichtet dieser Artikel über eine nahinfrarote (NIR) fluoreszente Sonde (HN) zur Detektion und Überwachung von HOCl. In Anwesenheit von HOCl wird die phenolische Hydroxylgruppe der Sonde HN zu Chinonverbindungen oxidiert, was zur Löschung der nahinfraroten Fluoreszenz führt. Die Sonde HN besitzt mehrere Vorteile, wie eine relativ lange Emissionswellenlänge (λ_em=660 nm), große Stokes-Verschiebung (200 nm), hohe Selektivität und Sensitivität (Nachweisgrenze von 54,8 nmol/L) sowie einen breiten anwendbaren pH-Bereich (4,5~10,5). Mit Hilfe von teststreifen basierend auf der Sonde HN wurde eine "sichtbare" Erkennung von HOCl in realen Wasserproben realisiert. Außerdem wurde die Sonde erfolgreich für die Fluoreszenzbildgebung von exogenem und endogenem HOCl in lebenden Zebrafischen und Mäusen eingesetzt. Am wichtigsten ist, dass die Sonde HN eine bemerkenswerte Leistung bei der Überwachung der durch HOCl vermittelten Therapieantwort bei RA zeigte. Somit bietet HN eine neue Methode zum besseren Verständnis der Rolle von HOCl bei RA und zur Bewertung der medikamentösen Therapieeffektivität von RA.