Organische Donor-Akzeptor (D-A) Molekülsysteme mit thermisch aktivierter verzögerter Fluoreszenz (Thermally activated delayed fluorescence, TADF) können durch rückwärts gerichteten intersystem crossing Triplett-Exzitonen einfangen und die theoretische Obergrenze der internen Quantenausbeute auf 100 % erhöhen, was großes Interesse hervorruft. Typischerweise können D-A-Systeme mit intramolekularer Ladungsübertragung durch die Konstruktion einer verdrehten Molekülkonformation den Energieunterschied ΔE_ST zwischen Singulett- und Triplettzustand verringern, um einen schnellen rückwärts gerichteten intersystem crossing zu gewährleisten. Wenn das Molekül angeregt wird, ist bei einem D-A-Diederwinkel nahe 90˚ im angeregten Zustand ΔE_ST kleiner und die verzögerte Fluoreszenz wird verstärkt. Allerdings beeinflusst der schnelle Solvatisierungsprozess häufig die Konformation des angeregten Zustands, den intramolekularen Ladungstransfer und die Verzögerte-Fluoreszenz-Emission, was die Untersuchung des TADF-Emissionsprozesses herausfordernder macht. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die jüngsten vorläufigen Fortschritte unserer Forschungsgruppe hinsichtlich des Einflusses und der Steuerung der Solvatisierung auf die verzögerte Fluoreszenz in D-A-Systemen. Die Ergebnisse zeigen, dass stark polare Lösungsmittel die nichtstrahlende Relaxation erhöhen, was der TADF-Emission abträglich ist; die Änderung der Lösungsmittelviskosität beeinflusst die Relaxation der Angeregten-Zustandskonformation und ermöglicht so eine Verstärkung oder Abschwächung der TADF. Diese Ergebnisse helfen, die Beziehung zwischen Solvatisierungseffekt, Konformationsrelaxation und TADF zu verstehen und bieten eine Anleitung für das Design und die Synthese von TADF-Molekülen.